Abstract
Die kleinen kritischen Beiträge zur Flora von Basel und Umgebung, deren erstes Stück ich hier vorlege, sollen in zwangloser Folge erscheinen. Sie möchten vor allem zur Klärung jener Sippen beitragen, die in ihrem systematischen Rang von den Autoren unterschiedlich eingeschätzt zu werden pflegen. Man gewinnt den Eindruck, dass diese Differenzen in der Taxierung und Umgrenzung der Einheiten und zumal die Degradierungen von Arten zu Unterarten und Varietäten manchmal ausschliesslich auf der Kenntnis der Beschreibungen und nicht der Pflanzen selbst beruhen. Daher schien es mir nötig zu sein, das ausschlaggebende Gewicht auf die Feldbeobachtungen und ein sorgfältig gesammeltes Herbarmaterial zu verlegen, nicht das, was «in den Büchern steht», als allein massgebenden Gesichtspunkt zu akzeptieren. Zwar sind wir alle davon überzeugt, dass mit der Entstehung der modernen Naturforschung die Herrschaft der autoritätsgläubigen «scholastischen Bücherweisheit» für immer gebrochen worden sei. Allein in Wirklichkeit erliegen wir nur allzu häufig der verführenden Macht der Literatur, stöbern in ihr, statt im «Buch der Natur» zu lesen und verübeln es dieser, wenn sie sich jener (der Literatur) nicht fügen will. Dabei vergessen wir dann noch überdies, dass unsere Augen mehr und schärfer sehen, als was wir in die Beschreibung umzusetzen vermögen. Solche Erwägungen also haben mich veranlasst, den angedeuteten Weg einzuschlagen. Daraus wird man auch verstehen, weshalb ich nomenklatorische Fragen nirgends berücksichtigen wollte - davon abgesehen, dass ich mich in ihnen nicht zuständig weiss.
Das Gebiet, innerhalb dessen die zu behandelnden Sippen Vorkommen, deckt sich ungefähr mit demjenigen der Binz sehen «Flora von Basel und Umgebung». Jedoch habe ich mich nicht sklavisch an die dort gezogenen Grenzen gehalten.

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